2005  
     
 

Thema des Preises 2005/2006 war die „Stadt- und Regionalentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland unter Berücksichtigung demographischer Simulationsrechnungen/Prognosen“. Im Unterschied zu den Ausschreibungen des Förderpreises der Professor Albert Speer - Stiftung in der Vergangenheit überrascht die geringe Beteiligung 2005/2006 (15 Arbeiten).
Es ist festzustellen, dass bei der Mehrzahl der eingereichten Arbeiten das statistische Denken schon 2020 endet. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist das Studium entsprechender Quellen oberflächlich, unkritisch oder mangelhaft, nicht wissenschaftlichen Anforderungen entsprechend. Während Geographen und Planer das Thema „Demographie“ zumindest analytisch erörtern, begreifen Architekten ihre Aufgabe vorwiegend als formal-ästhetische Bewältigung von Baumaßnahmen meist ohne jedweden demographischen Bezug.
Grundsätzlich sind die Arbeiten stärker im analytischen Teil, verschließen sich aber der konzeptionellen Umsetzung. Es scheint eine Art von Blockade, Desinteresse, Nicht-Wahrhaben-Wollen im Denken vieler Studenten vorzuherrschen, im Kontext mit Demographie „Bilder für die Zukunft zu erzeugen“, die nicht das Thema Wachstum und Entwicklung, sondern „Schrumpfung“ oder  „Rückbau“ zum Gegenstand haben. Was die angehenden Architekten angeht, wird die demographische Entwicklung eine als eine eher zu vernachlässigende Störung ihres kreativen Schaffens empfunden oder negiert.

 
     
 

Die Jury

 
     
 

Prof. Dr. Herwig Birg (em.)

 
 
Bevölkerungswissenschaft/Demographie, Universität Bielefeld
 
  Prof. Dr. Ingeborg Flagge  
 
Direktorin des Deutschen Architektur Museums
 
  Dipl.-Ing. Friedbert Greif  
 
Geschäftsführer der AS&P - Albert Speer & Partner GmbH
 
  Dr. Frank Schirrmacher  
 
Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
 
 

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Steinebach

 
 
Lehrstuhl für Stadtplanung an der Technische Universität Kaiserslautern
 
  Prof. Dipl.-Ing. Christiane Thalgott
 
Präsidentin der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, Stadtbaurätin in München
 
     
 

hat am 23. Juni 2006 in der in der Ausschreibung angekündigten Zusammensetzung getagt und erkennt an, dass die festgestellten Defizite nicht allein den Studierenden anzulasten sind und beschließt, je zwei Preise à € 5.000,- und à € 3.000,- für jene Arbeiten zu vergeben, die sich dem Thema weitestgehend nähern.

 
     
 

€ 5.000,-

 
     
 
  • Wilhelmshaven - Raum für Neues
    Projektarbeit    TU Hamburg-Harburg
    Verfasser: Denise Alberts, Anne Henftling, Inga Kämpf, Sara Nierhoff, Urte Seefeldt
 
 
 
 
     
 
  • Lokale Identität als endogenes Entwicklungspotential ostdeutscher Kleinstädte.
    Das Beispiel Luckau
    Diplomarbeit  Technische Universität Dresden - Fakultät für Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften - Institut für Geographie
    Verfasser: Anke Borner
 
 
 
 
     
 

€  3.000,-

 
     
 
  • Die demographische Alterung Deutschlands – Wohnquartiere für ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben im Alter
    Diplomarbeit   Universität Dortmund – Fakultät Raumplanung
    Verfasser: Volker Kreuzer
 
   
     
 
  • Auswirkungen der demographischen Alterung auf die öffentliche Infrastruktur
    Eine geographische Untersuchung neuer Rahmenbedingungen, veränderter Problemstellungen und möglicher Lösungsansätze
    Diplomarbeit   Universität Hamburg – Institut für Geographie
    Verfasser: Christoph Adam
 
     
 

2002

 
     
 

Anlässlich einer Gedenkfeier zum 100. Geburtstag von Walter Kolb am
22. Januar 2002 in der Paulskirche hat Prof. Albert Speer in seiner Rede (pdf-download) den Vorschlag gemacht, „dass Städtebau-, Architektur- und Verkehrsplanungs-Lehrstühle mit ihren Studenten der Technischen Hochschulen aus Deutschland und den europäischen Partnerstädten der Stadt Frankfurt eingeladen werden, planerisch in die Zukunft zu spekulieren. Sie sollen sich ein Bild vom heutigen Zustand der historischen Innenstadt machen, die Projekte und Vorstellungen der Stadt und der Frankfurter Architekten kennen lernen und in ihren Seminarentwürfen oder Diplomarbeiten ohne reale Zwänge und Rücksicht auf Koalitionen mit Mut zum Experiment nachdenken, wie der historische Stadtkern Frankfurts Mitte des 21. Jahrhunderts aussehen könnte.

Die Stiftung hat diese Anregung aufgenommen und mit Unterstützung

der Walter Kolb Stiftung,
der FAZIT-Stiftung,
der Stadt Frankfurt am Main,
des für Städtepartnerschaften zuständigen Hauptamtes,
des Deutschen Architekturmuseums und
des Lehrstuhls für Stadtplanung der Universität Kaiserslautern

2002 einen entsprechenden Wettbewerb ausgeschrieben und durchgeführt:

Internationaler Walter-Kolb-Städtebaupreis
Zukünftige Gestaltung der Frankfurter Innenstad
t“

Insgesamt 44 Studenten und Studentengruppen von 14 deutschen und
3 europäischen Hochschulen haben sich mit vornehmlich sehr qualitätsvollen Entwürfen, dargestellt in Plänen, Beschreibungen und einem Modell, an dem Wettbewerb beteiligt.
Die Beurteilung und Auswahl der preiswürdigen Beiträge erfolgte am Donnerstag den 26. Juni 2003 durch ein Auswahlgremium unter Vorsitz von

Prof. Dipl.-Ing. Helmut Ahuis.

Für die Juroren

Prof. Dr. Ingeborg Flagge
Dipl.-Ing. Friedbert Greif
Dr. Klaus Peter Krause
Dr. Hans-Bernhard Nordhoff
Prof. Dipl.-Ing. Albert Speer
Prof. Dr.-Ing. Gerhard Steinebach und
Dipl.-Ing. Dirk Zimmermann

waren neben dem Gesamteindruck des Konzepts, die Baustruktur, Gliederung des Freiraums und Verkehrskonzeption von maßgeblicher Bedeutung. Unter den eingegangenen Entwürfen wurden insgesamt sechs Arbeiten ausgezeichnet, wobei vier Preise in der Bewertungskategorie "realitätsbezogen" und zwei Sonderpreise in der Kategorie "städtebaulich-visionär“ vergeben wurden. Das einstimmige Votum des Auswahlgremiums bezogen auf die Rangfolge und Verteilung der ausgelobten Preissumme € 25.000,– ist:

1. Preis: Michal Obarzanowski, Michal Górski, Kinga Raczak,
Betreuung: Dr. Wojciech Wicher
Institute of Urban Design CUT, Krakau, Polen
€ 9.000,-

2. Preis: Susanne Dey, Jutta Kempf, Daniela Schwemmer
Fachhochschule Frankfurt
€ 6.000,-

3.Preis: Dennis Jercke, Stefanie Nau, Nikolas Postel, Corina Schöne,
Christoph Schütz
Fachhochschule Frankfurt
3.000,-

3.Preis: Daniel Meer, Hanno Ehrbeck
RWTH Aachen
€ 3.000,-

Sonderpreis: Karsten Harz, Janina Freund
Technische Universität Kaiserslautern
€ 2.000,-

Sonderpreis: Denise Härtel, Matthias Lovis, Dirk Steinbach
Bauhausuniversität Weimar
€ 2.000,-

Alle 44 Arbeiten waren vom 1. bis 9. Juli im Institut für Stadtgeschichte/Karmeliterkloster ausgestellt. Am Montag, 30.07.2003 um 17 Uhr, wurde die Ausstellung von Oberbürgermeisterin Petra Roth eröffnet. Es sprachen zudem Dr. Klaus Peter Krause, Geschäftsführer der FAZIT-Stiftung und der Vorsitzende des Auswahlgremiums Prof. Dipl.-Ing. Helmut Ahuis.

 
     
     
 

2000

 
     
 

Der zweite Förderpreis wurde im Jahr 2000 ausgeschrieben und 2001 vergeben. In der Ausschreibung hieß es: "Im Einklang mit dieser thematisch bewusst weit gefassten Zielsetzung (des Stiftungszwecks) ist der Preis des Jahres 2000 einer deutschsprachigen Dissertation oder Diplomarbeit einer Hochschule in Deutschland, Österreich oder der Schweiz vorbehalten, die sich umfassend und richtungweisend mit dem Thema „Ökologische Stadtplanung (Agenda 21)“ befasst. Zum Stichtag, dem 30. Juni 2000, waren 16 Arbeiten eingegangen, die gemäß vorab entwickelter Kriterien überprüft und bewertet wurden. Die öffentliche Preisverleihung fand am 21. Juni 2001 im Rahmen einer akademischen Feier an der Universität in Kaiserslautern statt.

1. Preisträger: Dipl.-Ing. Rolf Messerschmidt - Universität Stuttgart
Diplomarbeit "NetzWerkZeug Nachhaltige Stadtentwicklung - Anwendung Karlsruhe Südost"
(im Internet unter www.netzwerkzeug.de publiziert)
(DM 10.000,-)

2. Preisträger: Dipl.-Ing. Hernan Guillermo Trinanes - Universität Graz
Diplomarbeit "Cayenne: blurred and pittoresque - the dithering of a tropical town - Strategien zur Urbanisierung peripherer Gefügefragmente in einer äquatorialen Stadt"
(DM 5.000,-)

2. Preisträger: Dipl.-Ing. Gordon Warneburg / Dipl.-Ing. Dirk Zaloga
- RWTH Aachen, Vertiefungsentwurf "Zwischenstadt Oberhausen - Sterkrade"
(DM 5.000,-)

Lobende Anerkennung: Dipl.-Ing. Gudrun Müller
- Universität Kaiserslautern, Diplomarbeit „Nachhaltige Stadtentwicklung im Zuge der Konversion“ (WS 1999/2000) Beispiel Landau i.d. Pfalz – Kasernengelände „Foch-Estienne“

Lobende Anerkennung: Dipl.-Ing. Tina Andric / Dipl.-Ing. Sigrid Busch
Universität Stuttgart, Diplomarbeit „Ludwigshafen – Transurbane Strategien“ (WS 1999/2000)

 
     
     
  1995  
     
 

Dem Stiftungszweck entsprechend wurde 1995 erstmals ein Förderpreis zum Thema „Ökologie und Stadt“, „Ökologischer Städtebau“, „Ökologischer Stadtumbau“ für junge Stadtplaner ausgeschrieben und im Juli 1996 vergeben.

Insgesamt wurden 27 Diplomarbeiten von 16 Hochschulen eingereicht. 10 Arbeiten kamen in die engere Wahl.

Die Diplomarbeit von Herrn Dipl.-Ing. Martin Sasse, Gesamthochschule Kassel, wurde als beste deutschsprachige Diplomarbeit zu dem vorgegebenen Themenbereich ausgezeichnet (Preisträger DM 8.000.-, Hochschule
DM 2.000,-).

Die große Resonanz und die sehr gute Qualität der Arbeiten hat das Kuratorium veranlasst, zwei weitere Arbeiten zu belobigen. Es waren die Diplomarbeit von Frau Dipl.-Ing. Andrea Schröttner, Universität Graz (DM 2.500,-) sowie die gemeinsame Arbeit von Frau Petra Brandner und Henrike Neumann, Universität Kaiserslautern (DM 2.500,-).

 
     
 

 

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